Hunde

Zum Thema Welpen Siehe auch unter Buchbesprechung

Ob dieses Hundebett das Leben von Kay leichter gemacht hätte, weiß ich nicht. Macht aber auf mich einen guten Eindruck, da es unter orthopädischen Gesichtspunkten hergetellt wird


Fortsetzung 2. Teil: Der Vater

Zuhause wurden dann erst einmal die Reviere abgesteckt. Tammy verteidigte sein Körbchen und den ihm Dienstrangmässig zustehenden Platz unter dem Esstisch, Luna ihre Spielsachen und ihren Futternapf. Das war so etwas von überflüssig und sinnlos. Balu (so wurde er nun per SMS austausch umgetauft) scherte sich null Komma Garnichts darum und erklärte alles zu seinem Reich und Besitz.

Kann man jemanden, der einen so ansieht, böse sein?

Luna machte das weniger was aus, sie spielte einfach mit Balu und versuchte ihn spielerisch zu unterwerfen. Das Unterwerfungsgen fehlt bei Balu. Das ignoriert er völlig. Na da habe ich mir ja einen netten Krümel angelacht, dachte ich mir. Ist einfach unkomplizierter, wenn ein Hund nachgibt und sich unterwirft. Tammy dagegen blieb nur noch sein Körbchen. Das Luna und Balu sich so gut verstehen war ihm gar nicht recht.

Schlaglochsuchgerät und Gröfatz Tammy

Tammy war es von klein auf gewohnt, zwei Schäferhunde als seine Bodyguards zu halten (zumindest sah er das so). Aber Rexi und Kay waren nun ja nicht mehr da. Mit Luna hatte er keine Probleme, man ging sich so gut es geht aus dem Weg. Balu konnte er auch noch nicht recht einordnen. Ab und an versuchte er Balu einzuschüchtern und ihn in seine Schranken zu verweisen. Wenn er das zu grob machte, ging ich dazwischen und tröstete Balululu (Fehler meinerseits, und ja, er hatte auch schon einen Spitznamen). Unseren winzigen Garten fand Balu sehr interessant, hatten da die Nachbarn ebenfalls Hunde und Katzen haben. Von Luna lernte er sehr schnell, wie man Regenwürmer ausgraben kann. Der Garten schaut seither aus wie Dresden nach dem Bombenhagel. Die Schuhe und Socken meiner Freundin hatten es ihm ebenfalls sehr angetan. Mir war das egal, meine Sachen ließ er in Ruhe :-)

Der Schuh des Balalalu :-)

Am zweiten Abend, sagte meine Freundin zu mir dass sich Balu nicht mehr bewegte. Kein Wunder, dachte ich, der ist halt müde. Ich schaute trotzdem zu ihm und nahm ihn auf den Arm. Da erschrak ich dann doch. Sie hatte recht. Er war wie ein nasser Sack in meinen Armen. Absolut keine Reaktion, alle Gliedmasen hingen runter. Ich schüttelte ihn leicht und dann immer heftiger. Nichts, kein Lebenzeichen. Ich legte ihn auf das Sofa und fühlte mit der Hand an seinem Bauch und Brustkorb ob er atmete. Ja das tat er gottseidank. Aber sehr flach und wenig. Panik machte sich bei mir breit. Also schnell im Internet nach einer Tierklinik geschaut die Nachtdienst hatte. Nicht weit von uns war tatsächlich eine. Also schnell ins Auto, meine Freundin mit dem Leblosen Balu im Arm neben mir und zur Klinik gerast. Wie wir dort ankamen, bewegte er seine Köpfchen ein wenig. Die Tierärztin nahm ihn mit ernster Miene zu sich, legte ihn auf den Untersuchungstisch, und begann nach Puls und Atmung zu sehen. Puls flach aber sonst ok, Herztöne normal, Zunge und Zahnfleisch zart rot, also in Ordnung. Sie beruhigte uns erst mal und rief dann ihre Chefin an, ob sie wüsste was mit unserem Liebling ist. Auch der fiel nichts Neues dazu ein, außer einer Vitaminspritze. Balu indes öffnete langsam seine Kulleraugen und sah sich verschlafen um. Mein Gott waren wir froh in aufwachen zu sehen. Währenddessen zog die Tierärztin die Vitaminspritze auf und gab sie ihm. Balu stand dann sogar auf und wollte von dem blöden Tisch runter. Ich fragte ob er runter dürfte, was sie bejahte. Am Boden torkelte er etwas schlaftrunken umher und schnüffelte an allem was für ihn neu war. Unsere Panik legte sich nun etwas, bezahlten 85.-Euro und fuhren nachdenklich nachhause.

Balu ausnahmsweise im Bett. Luna mußten wir auch dazunehmen, damit keine Eifersucht entsteht.

Luna und Tammy erwarteten uns schon, Balu fing sofort wieder an mit den beiden zu Spielen. In der restlichen Nacht hielten wir dann abwechselnd Wache bei dem Kleinen. Er durfte sogar bei uns im Bett schlafen, was er sichtlich genoss und die beiden anderen Hunde argwöhnisch beobachteten. Die Nacht verlief dann ruhig und normal. Am nächsten Vormittag besorgte ich wieder Leckerchen und Hundefutter im Zoogeschäft. Ich kannte die Besitzerin schon lange und erzählte ihr ernst, was uns mit Balu in der Nacht wiederfuhr. Sie fing das Lachen an und kriegte sich schier nicht mehr ein. Was ihr seid deswegen in die Tierklinik gefahren und habt 85.-Euro abgedrückt!? So langsam wurde ich ein wenig sauer, dass sie sich darüber so lustig machte. Das nächste mal wenn so etwas ist, ruft ihr mich an, ich kenn mich mit Welpen aus, sagte sie. Also, erklärte sie mir, bei Welpen kommt es durchaus vor das sie so tief schlafen und nichts mehr mitbekommen. Das brauchen sie zum regenerieren und ist völlig normal. Sie lassen dann buchstäblich alle viere von sich hängen und bekommen von ihrer Umwelt nichts mehr mit. Wie gesagt ich kenne die Frau schon länger und weiß um ihre Kompetenz bei Tieren. Sie hat Zeitlebens Tiere gehabt und ein paar Jahre auch gezüchtet. Man kann gar nicht so alt werden, um nicht doch immer wieder vor neuen Situationen zu stehen und dazu zu lernen.

Wie man hier sehen kann, unterwirft Balu sich nicht wirklich. Der Schwanz ist nicht zwischen seinen Beinen. Luna bemerkt das allerdings nicht!

In der Nacht zu Ostersonntag (da hatten wir Balu drei Tage) fuhr ich mit Luna und Balu zu den Eltern von meiner Freundin um mit ihnen gemeinsam das Osterfest zu feiern. Susanne war schon dort. Zu Susannes Familie und ihr selbst muss man sagen, dass sie Hunde nicht besonders mögen. Seit sie mit mir zusammen ist hat sich ihre Meinung aber stark geändert. Sie lernt jeden Tag dazu und ist die erste Freundin von mir, der ich meine Hunde ohne ein schlechtes Gefühl jederzeit anvertrauen kann. Sie macht das einfach ganz toll und lernt sehr schnell. Ihre Eltern dagegen mögen Hunde einfach nicht, und wenn überhaupt nur aus der Entfernung. Wobei ich den Eindruck habe das ihr Vater sich schon einen Hund im Haus vorstellen kann, aber die Mutter auf keinen Fall. Sie hat einfach Angst vor ihnen. Das respektiere und akzeptiere ich vorbehaltlos.

Bello nun auch auf facebook

Bin ich schon froh das Susanne die Hunde, ja ich möchte sogar sagen, liebt. Nach dem Osterfrühstück, die Hunde waren in der großen Hundebox im Auto, zeigte ihr Vater uns mit Stolz seinen kleinen Springbrunnen im Garten. War wirklich schön zum anschauen, er hatte sich viel Mühe damit gemacht. Nun war es aber an der Zeit die Hunde auch mal in den Garten zu lassen. Die Mutter ging vorsichtigerweise in das Haus zurück und Balu und Luna durften den Garten, natürlich an der Leine, begutachten. Luna fand den kleinen Springbrunnen suspekt, gurgelte er doch etwas. Luna ist ein Hund der an einem Fluss oder Bach lieber verdursten würde als zu trinken wenn es dort plätschert.

Balu am Springbrunnen!

Nicht so Balu. Er näherte sich dem Brunnen vorbehaltlos, streckte sich nach oben um von der Wasserfontäne zu trinken. Das sah auch die Mutter, die dies, wie wir anderen auch, einfach nett fand. So hatte also zumindest Balu das Eis etwas zum Schmelzen gebracht. Es war ein schönes Ostern für uns alle. Und was das schönste an der Sache ist: Susannes Eltern sind nun nicht mehr voreingenommen gegen Hunde. Sie sind jederzeit willkommen!
Balu bekam immer mehr Energie, das steigerte sich von Tag zu Tag. Irgendwie hatten wir den Eindruck dass er das Versäumte aus seinen ersten Lebenswochen so schnell wie möglich nachholen wollte. Luna war das gerade recht, sie blühte zur Höchstform auf.
Angst kannte Balu überhaupt nicht. Gingen wir im Moos spazieren und begegneten Pferden, saß er mitten auf dem Weg, nach dem Motto, an mir müsst ihr erst mal vorbeikommen.

Balu und Luna am Bach.

Pferde interessierten ihn ungemein. Als uns mal wieder eines begegnete, sprach ich die Reiterin an, ob Balu mal an ihrem Pferd riechen bzw. es genauer erkunden darf. Sie willigte ein, ich nahm Balu auf den Arm und lies ihn auf Kopfhöhe des Pferdes schnüffeln. Das Pferd war auch sehr neugierig und berührte mit den Nüstern Balus Schnauze. Er war absolut ruhig und unaufgeregt, hatte ich ihn ja sicher in meinen Armen. Genauso ruhig und gelassen pinkelte er mich an. Meine Überraschung war groß. Wenn ich auch nur einen Bruchteil einer Sekunde den Eindruck gehabt hätte, ihn zu überfordern, dann wäre diese Aktion natürlich sofort abgebrochen worden. Nein, nicht das Fitzelchen einer Aufregung oder eines leisen Zitterns oder sonst etwas dergleichen. Nichts, absolut keine Vorankündigung. Mir liegt der Gedanke das er doch Angst hatte näher, als das er so tiefenentspannt war das er es vergaß wie er pinkelte.

Balu und Tammy.

Man lernt nie aus, ich war nur noch überrascht. Kamen uns mehrere Hunde entgegen und verhielt er sich genauso. Sitzt mitten auf dem Feldweg und wartet auf das was nun kommt. Luna ist da vorsichtiger. Sie geht lieber ein paar Meter in die Wiese und checkt aus der Entfernung ab. Die beiden wurden unzertrennlich und lieben sich heiß und innig.

3. Teil: Zusammen in der Hundeschule

Leider war ich in diesem Jahr mehrmals sehr krank (Lungenentzündung, Gallen-OP, Unterleibschmerzen usw.) so dass die Ausbildung der beiden jungen Hunde etwas zu wünschen lies. Auch Susanne war 2007 gesundheitlich sehr angeschlagen (Schilddrüsenkarzinom mit OP). Sie war nach der Operation zwei Monate nur müde und kraftlos. Ich beschloss dass wir zusammen in eine gute Hundeschule gehen.
Zum einen für Susanne, damit sie die wichtigsten Grundregeln bei der Ausbildung lernt, zum anderen für mich, weil mich interessierte ob sich an den Ausbildungsmethoden im Laufe der Jahre etwas geändert hatte.

Balululu beim Spielen in der Welpenspielstunde der
Hundeschule Bergmann

Eine Hundeschule wurde uns immer wieder von anderen Hundebesitzern empfohlen, bei der wir uns dann auch anmeldeten (Hundeschule Bergmann). Susanne war also mit Luna dort, und ich mit Balu.
Bei einer Hundeschule geht es im Prinzip darum das der Hundehalter etwas über Hunde, deren Verhalten und Denkmuster lernt und wie man dieses Wissen in die Ausbildung einfließen lassen kann.

Rexi und Kay, meine ersten beiden Hunde.

Bei meinen ersten beiden Hunden, Rexi und Kay, hatte ich ein goldenes Händchen dafür, vieles machte ich intuitiv richtig. Ich hatte ein sehr gutes Gespür und machte fast alles richtig. Außerdem schaute ich mir viel von anderen Hundebesitzern ab, filterte es, und übernahm das was für meine Hunde gut war. Noch dazu hatte ich das Glück, das Rexi ein kleines Lernwunder war. Einmal etwas beigebracht und sie hatte es für immer intus. So gelang mir auch die Erziehung von Kay, den ich zwei Jahre später ziemlich verkorkst und kaputt bekam, mit meiner Methode und Rexis Unterstützung sehr gut. Naja, es waren auch sehr lernwillige, reinrassige Schäferhunde.
Mit Luna und Balu verhielt es sich dagegen etwas anders. Meine und Susannes Krankheiten machten uns schwach und leider teilweise inkonsequent. Das bekommen Hunde sehr schnell mit und nützen diese Schwächen gnadenlos aus. Ist von ihnen nicht böse gemeint, aber man ist dann eben nicht der optimale Rudel-bzw. Hundeführer.
So fingen wir in der Hundeschule bei Null an. Susanne hatte bei Luna Probleme mit der Kommunikation, da alleine ihre Stimme nicht so ausdrucksvoll war. Dies hing mit der OP an der Schilddrüse zusammen, bei der ihre Stimmbänder in Mitleidenschaft gezogen wurden. Wie gesagt, nicht die Lautstärke ist entscheidend, sondern mit welcher Betonung die Kommandos erfolgen. Die Körpersprache des Halters ist ebenfalls ausschlaggebend. Und da hatte ich meine Probleme. Weiter...

Dieses Futter, speziell abgestimmt für Welpen, bekamen Balu's Welpen von der vierten bis zur achten Woche in der Umstellungszeit von der Muttermilch zur festen Nahrung

Welpenfutter von der vierten bis zur achten Woche

 

 

Und dieses Welpenfutter ab der achten Woche

 

 

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Welpengeschirr und Spielzeug